SWB Mietermagazin 2|24

vor Ort 31 ist das Kapitel Morgendämmerung, rechts davon das Kapitel Abenddämmerung zu sehen. An der linken Seite begrenzt eine niedrige Mauer die Grünfläche und endet an der Wand. An diese Stelle hat Bock eine große Friedenstaube gemalt, aus der richtigen Perspektive aus scheint sie auf dem Mauersims zu sitzen. Der Kopf liegt geduckt zwischen den Schultern, denn „der Frieden ist im Moment angeschlagen, aber zur Mahnung hält die Taube einen Olivenzweig in die Höhe“, wie der Künstler erklärt. Gegenüber dem Vogel liegt ein Mann mit Hut entspannt auf dem Gras, den Kopf an den Baum gelehnt, neben sich eine Kerze. Schläft er? Entspannt er sich? Genießt er die Ruhe des Morgens oder ist er ein Obdachloser, der sich einen sicheren Platz gesucht hat? Das mag der Maler nicht verraten. „Jeder kann das auf seine Weise interpretieren“. Rechts vom Baum schwimmen Papierschiffe auf einem See oder Meer in die Dämmerung hinein und verwandeln sich in Papiervögel, die davonfliegen und frei sind. Damit schließt sich der Kreis zur Friedenstaube auf der linken Seite. Das ganze Bild will der Künstler als Plädoyer für Frieden und Freiheit verstehen. Und hofft, dass die neu bemalte Mauer so manchen Passanten zum Innehalten einlädt. Über den Künstler Hardy Bock wurde 1979 in Rumänien geboren, er lebt seit 1984 in Mülheim. Der Autodidakt bemalt bevorzugt öffentlich zugängliche Objekte, wie 150 Altkleidercontainer der Diakonie. Sein bekanntestes Werk ist das 2016 gemeinsam mit Adam Massava erstellte 543 Quadratmeter große Wandbild „Weltbaustelle“ an der Mauer des Frauengefängnisses am Tourainer Ring. Mit dem Künstlerkollektiv „ZeitgenossenSchafft“ erhielt er 2007 den Ruhrpreis. Nach einer Woche ist die erste Hälfte des Bildes fertig. Das fertige Wandbild.

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